Mittwoch, 25. Februar 2015

Weitere Gedanken über die Glaubwürdigkeit der Bibel - Antworten auf Kommentare

Dieser Post ist eine Antwort auf einige Einwände zu meinen letzten Post vom 19.02.2015. Um die Disskussion und die Kommentare zu verstehen, ist es hilfreich meinen ersten Post vorher zu lesen. Die Kommentare sind in rot.

1. Kommentar:
"Wenn es laut Evolutionstheorie eigentlich keinen Sinn im oben dargestellten Sinne geben kann?" Die Evolutionstheorie soll auch gar keine Antwort auf den Sinn des Lebens geben sondern auf die Entstehung und Veränderung von Arten. Warum soll die Akzeptanz der zufälligen Erstehung der eigenen Person einen persönlichen Sinn des Lebens ausschließen? Die Wissenschaft entwickelt sich weiter und wo über Jahrtausende hinweg noch Blitze mit dem Donnergott erklärt wurden können wir heutzutage wissenschaftliche Antworten darauf geben, wie Blitze entstehen. Sollte die Menschheit lange genug existieren wird es bestimmt auch irgendwann eine Antwort drauf geben, wo die Marterie herkommt. Ich bin mir aber eben so sicher, dass es auch dann noch Leute geben wird, die sie anzweifeln und ihre(n) Koran, Bibel, Tora, Book of Mormon oder Regenbaum für die einzige Wahrheit halten. Mir ist keine Religion bekannt, die keinen Anspruch auf Absolutheit hat, allein deswegen muss man Religion (Dogmatismus) und Wissenschaft (ergebnisoffene Forschung) trennen.No offense”

“Die Wissenschaft entwickelt sich weiter und wo über Jahrtausende hinweg noch Blitze mit dem Donnergott erklärt wurden können wir heutzutage wissenschaftliche Antworten darauf geben, wie Blitze entstehen. “
Wenn Gott der Schöpfer dieser Welt ist, dann kommen auch die naturwissenschaftlichen Grundgesetze von Gott. Und diese physikalischen Gesetze können wir erforschen. In dem Sinne sind auch Blitze und andere naturwissenschaftliche Phänomäne von Gott geschaffen, denn Gott hat die physikalischen Gesetze geschaffen. Welchen Gedanken die Bibel aber nicht unterstützt ist, dass es irgendwo einen Donnergott gibt, der manchmal etwas grummelig ist und mit Blitzen um sich wirft.
Die Bibel ist auch überhaupt nicht gegen Wissenschaft oder das Denken allgemein. Es ist fantastisch was Menschen geleistet haben! Aber Menschen erforschen eben nur Geschaffenes und die von Gott eingesetzen physikalischen Gesetze. Anders ausgedrückt die Wisschenschaft arbeitet nur in dem von Gott geschaffenen Bereich, sie kann aber nicht den Ursprung erklären.

“Sollte die Menschheit lange genug existieren wird es bestimmt auch irgendwann eine Antwort drauf geben, wo die Marterie herkommt.”
Diese Annahme setzt eine Quelle oder Energie voraus, die nicht geschaffen ist. Wenn aber etwas nicht geschaffen ist, dann muss dieses “etwas” schon immer existent sein. Jemand kann einwänden, dieses “etwas” könnte ja auch irgendwann einfach so entstanden sein. Naja aber das setzt wieder eine neue Quelle voraus. Dieses Spiel könnte man dann, im warsten Sinne des Wortes, “bis in alle Ewigkeit spielen.” Die Bibel beschreibt Gott als jemanden, der von Ewigkeit her existiert hat und selber nicht geschaffen ist.

“Die Evolutionstheorie soll auch gar keine Antwort auf den Sinn des Lebens geben sondern auf die Entstehung und Veränderung von Arten. Warum soll die Akzeptanz der zufälligen Erstehung der eigenen Person einen persönlichen Sinn des Lebens ausschließen?”
Ich gebe dir Recht, dass theoretisch die zufällige Entstehung des Lebens einen persönlichen Sinn nicht zwingend ausschließt. Diese Theorie ist aber schon etwas weit hergeholt, denn wenn die Welt wirklich durch Zufall entstanden ist, dann kann die Quelle keinen Sinn oder Intelligenz haben. Wenn also die Quelle selber keine Intelligenz ist, keinen Sinn hat, sondern nur ein “Was-Auch-Immer” ist, wie kann dann der Mensch, das Produkt dieser Quelle nach Sinn fragen? Oder auch ein Gewissen haben? Ein Gefühl für richtig und falsch haben? Wenn aber jemand meint, dass diese Quelle vielleicht doch irgendwie intiligent ist, wie kann er dann noch sagen, dass die Welt durch Zufall entstanden ist? Da wir Menschen laut Evolutionstheorie nur das Produkt einer günstigen Verkettung von Umständen sind, kann es so etwas wie absolute Wahrheit nicht geben. Wenn aber tatsächlich alles relativ ist, so muss man dies zumindest ansatzweise in der Realität sehen können. Mit dem nächsten Beispiel möchte ich zeigen, dass aber jeder Mensch mit letztendlichen Wahrheiten lebt und danach handelt.
Es ist ganz offensichtlich, dass es in unserer Gesellschaft Meinungen gibt, die nicht relativ sind! Zum Beispiel wird folgende Meinung in Deutschland als unverrückbare Wahrheit angesehen: “Bestimmte Menschen haben Millionen von Menschen nur aufgrund von ihrer Herkunft umgebracht. Das war falsch und abscheulich. So etwas kann nicht toleriert werden. Das Menschenleben muss geschützt werden!” Ich stehe voll hinter dieser Aussage, und ich hoffe das keiner der diesen Eintrag liest diese Meinung in irgendeiner Weise relativiert!!!
Ich weiß aber nicht wie jemand schlüssig argumentieren kann, dass es eine letztendlich bindende Wahrheit gibt, wenn es keine Wahrheit gibt. Die Tatsache aber das jeder Mensch genau das macht, ist der Beweis dafür das es soetwas wie ein letztendliches “wahr und falsch”, “gerecht und ungerecht”, eben einen letztendlichen Sinn tatsächlich gibt. Einen letztendlichen objektiven Sinn schließt die Evolutionstheorie aber aus.

“Ich bin mir aber eben so sicher, dass es auch dann noch Leute geben wird, die sie [die Evolutionstheorie] anzweifeln und ihre(n) Koran, Bibel, Tora, Book of Mormon oder Regenbaum für die einzige Wahrheit halten. Mir ist keine Religion bekannt, die keinen Anspruch auf Absolutheit hat, allein deswegen muss man Religion (Dogmatismus) und Wissenschaft (ergebnisoffene Forschung) trennen.”
Die Wissenschaft kann in der Hinsicht ergebnisoffen forschen, wo sie durch Beobachtungen und Versuchen eine Antwort findet. Allerdings passt das für die Evolutionstheorie nicht, denn dort wird mit einer Annahme gearbeitet, die Gott als einen Schöpfer von vornherein ausschließt. Wenn man aber Gott von vornherein ausschließt, wird man zwangsläufig immer nur Antworten bekommen, die Gott ausschließen. Das ist nicht mehr ergebnisoffen.

"No offense"
Ich finde es erstaunlich, dass die Bibel und der christliche Glaube sich nicht verstecken muss. Wenn es die Wahrheit ist, dann muss sie sich in der Realität beweisen. Und das tut sie. Von daher sind auch kritische Fragen immer willkommen.


2. Kommentar
“I don't think any sphere of our existence can be absolutely divided. Many religious works, including the Bible, are in some sense political documents. In history we see many cases where science was used to prove political points (as an African we are very aware of "scientific" arguments that were used to justify immoral colonialism).
As someone of strong Christian background, I try to follow the most important biblical figure's example - that of Jesus' reconciliation. And I also believe that there is a lot we know in science. And one of those things are that things do evolve, and it is very unlikely that the earth was created in 6 days. But at the same time there is a lot we do not know. Is the universe expanding or is it diminishing? These are open debates among scientists today and it will go on for quite some time.

I don't have to create a divide between the political, the scientific and the religious. For me, the beauty of God, of life, lies in that mysterious silence. It's not an easy place to be since there is very little certainty, but it is worth it.”

"Many religious works, including the Bible, are in some sense political documents."
Die Bibel ist nicht deshalb ein politisches Dokument, weil Menschen die Bibel gebraucht haben, um damit politische Meinungen zu rechtfertigen. Christen werden in der Bibel nicht aufgefordert, einen auf christlichen Werten gegründeten Staat zu erschaffen, der dann das jetztigen Staatssystem abschafft. Im Gegenteil sie sollen sich der Regierung unterordnen, solange das Gesetz nicht etwas fordert oder verbietet was im klaren Widerspruch zur Bibel steht (Bibelstellen dazu sind folgende: Apostelgeschichte 4:19b; Römer 13:1-2; 1. Timotheus 2:1-4;  1. Petrus 2,13-17). Die Bibelstellen werden umso mehr bedeutsam, wenn man bedankt das sie teilweise an verfolgte Christen geschrieben wurden!

"As someone of strong Christian background, I try to follow the most important biblical figure's example - that of Jesus' reconciliation."
Jesus war wirklich eine herausragende moralische Instanz. Doch seine Mission war nicht die moralische Revolution. Paulus schreibt: “Glaubwürdig ist das Word und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von denen ich der größte bin.” (1. Tim. 1:15). Jesus hat auch nicht jede Meinung als relativ angesehen. Zum Beispiel als Menschen bewusst das Haus seines himmlischen Vaters (den Tempel) verunreinigt haben, hat er diese Menschen hinausgetrieben (Mat. 21,12-13).
Ich stimme dir aber voll und ganz zu wenn du folgendes damit meinst: Jesus Christus hat durch Tod und Auferstehung die Möglichkeit geschaffen, dass alle Menschen wieder in eine Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer treten können. Und dadurch, dass sie wieder in Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer sind, können sie sich nun auch gegenseitig vergeben.

"And I also believe that there is a lot we know in science. And one of those things are that things do evolve, and it is very unlikely that the earth was created in 6 days. But at the same time there is a lot we do not know. Is the universe expanding or is it diminishing? These are open debates among scientists today and it will go on for quite some time."
Es gibt viele Fragen, auf die ich keine Antwort habe. Was ist mit den Dinos? Wie kann es sein, dass Wissenschaftler das Alter der Erde auf Milliarden von Jahren bestimmen? Es gibt aber durchaus Wissenschaftler, die mit der Annahme arbeiten, dass die Welt von Gott in 6 Tagen erschaffen wurde. Sie kommen zu anderen Antworten als die Wissenschaftler, die von vornherein Gott ausschließen.
Aber wir brauchen nicht 100% Sicherheit, um gewiss sein zu können! Es gibt vieles in dieser Welt über die ich keine 100% Sicherheit habe aber trotzdem gewiss bin. Wir brauchen ausreichende Sicherheit, um gewiss sein zu können. An einem banalen Beispiel mag dies deutlich werden:
Jemand fragt eine Person, die noch nie in New York war: “Glaubst du an die Existenz von New York?”
“Ja, klar!!”
“Warst du schon einmal da?”
“Nein?!”
“Wie kannst du dann daran glauben?”
“Mein Bruder schonmal da!”
“Dein Bruder könnte lügen!”
“Ich habe es in Zeitungen gesehen!”
“Die Zeitungen könnten lügen!”
Die einzige Möglichkeit, die dieser Mensch hat, ist sich ins Flugzeug zu setzen und nach New York zu fliegen.
Das Problem mit Gott ist, dass wir Gott nicht auf den Tisch legen können. Er ist unsichtbar! Aber nur weil etwas unsichtbar ist, heißt es nicht, dass es nicht existent ist. Wind ist auch unsichtbar! Doch wir sehen die Auswirkungen vom Wind. In der gleichen Weise braucht man Gott nicht physisch zu sehen, um an ihn zu glauben, denn wir sehen “die Auswirkungen” Gottes in unserer Welt. Sowohl in der Natur und besonders im Menschen selbst.

“I don't have to create a divide between the political, the scientific and the religious. For me, the beauty of God, of life, lies in that mysterious silence. It's not an easy place to be since there is very little certainty, but it is worth it.”
Danke für diesen ehrlichen Kommentar. Wie ich oben gesagt habe, werden wir nie 100%ige Sicherheit haben! Wir können eben nicht zu Gott fliegen, um ihn 100%ig zu bestätigen. Doch wir können genug erkennen, um darauf zu vertrauen, dass es wirklich wahr ist. Und nach dem Leben auf dieser Erde werden wir sehen auf was wir vertraut haben.

Zum Schluss möchte ich noch eines sagen: Der Glaube an sich ist etwas zutiefst persönliches! Das ist kein Wiederspruch, denn der Glaube an den lebendigen Gott bedeutet eine Beziehung mit diesem Gott zu haben. Dieser persönliche Glaube aber basiert auf der Gewissheit, dass Gott wirklich so ist wie er sich selbst in der Bibel offenbart hat. Sie sagt uns, dass wir uns gegen einen heiligen Gott aufgelehnt haben, indem wir andere Dinge angebetet haben als ihn. Doch Gott hat seinen Sohn auf die Erde gesandt, der für die Sünden dieser Welt gestorben und von den Toten auferstanden ist. Und im Glauben an ihn dürfen wir Vergebung von Sünden erfahren und wieder in Gemeinschaft mit Gott treten.

Dies wird aber niemand erkennen, wenn er nicht bereit ist die Bibel aufzuschlagen und Gott zu bitten sich einem persönlich zu offenbaren. Lasst uns also anfangen die Bibel selber zu lesen und dabei nicht aufhören zu denken.

Wenn jemand mit mir über den Post reden möchte, kann mich gerne per Mail/ Facebook/ Skype/ Facetime/ etc. kontaktieren. Ich freue mich auf jeden Fall auf jegliche Kommentare und hoffe, dass die Diskussion uns alle weiter bringt.


Gottes Segen im Nachdenken.